Memento Mori

Trinken Sie gerne Sekt? Wer eine Flasche MM Sekt in den Händen hält, kennt vielleicht auch diesen Werbespruch:

In die Hände, o ihr Lieben, wurde euch MM geschrieben.
Folgt dem Zeichen der Natur - trinkt Matheus Müller nur!

Legen Sie die Babenhäuser Zeitung ruhig einen Moment aus der Hand und schauen Sie in Ihre Handinnenflächen: können Sie ein großes M erkennen? Beide Hände nebeneinander gehalten, dann ist es unübersehbar: MM. Schon die alten Lateiner sahen in diesen Handlinien die Anfangsbuchstaben MM, allerdings in einem tieferen Sinn: Memento Mori. Wörtlich Gedenke zu sterben. Kurz: Denk dran, dass du sterben musst!

Es ist uns in die Handflächen eingegraben, so, dass wir es immer vor Augen haben: Memento mori ist ein Mahnruf, der bereits in der Antike gebräuchlich war. Hinter einem siegreichen Feldherrn im alten Rom, dem ein Triumphzug gewährt worden war, stand ein Sklave, hielt ihm einen Lorbeerkranz über den Kopf und mahnte den Triumphator ununterbrochen mit den Worten: Memento mori.

Ist das die letzte Antwort? Ist der Dienst von allen Mitarbeitenden im Krankenhaus, beim Rettungsdienst, letztlich der Dienst jeder Person, nicht ein sinnloser Dienst, wenn wir nur dies eine zu sagen hätten: Früher oder später sterben wir alle? Das wäre eine traurige Botschaft. Ein Kirchenlied beginnt mit den Worten: Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. (EG 518) Martin Luther soll gesagt haben: Kehr's auch um: Mitten in dem Tode sind wir vom Leben umfangen.

Warum konnte Luther dies sagen? Weil die Nägel, mit denen Jesus Christus ans Kreuz genagelt wurde, weil diese Nägel das MM durchbohrt haben. Der Tod wurde ans Kreuz geheftet. Der Tod wurde mit ins Grab genommen. Am Osterfest feiern wir die Auferstehung Jesu von den Toten und proklamieren: Er ist der Sieger über den Tod.

Nun feiern wir in diesen Tagen nicht Ostern. Zum Ende des Kirchenjahres begehen wir den Ewigkeitssonntag, bevor die Adventssonntage beginnen. Das Thema des Ewigkeitssonntages lautet: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein. (Die Bibel. Offenbarung 21,4) Eine großartige Hoffnung! Ich bin eingeladen zu glauben: mein MM – dass ich sterben muss – ist gekreuzigt und vorbei. Natürlich werde ich irgendwann sterben, aber auch auferstehen! Im Glauben, angeschlossen an Jesus Christus, gehe ich auf die Ewigkeit zu. Das ist Grund zum Feiern und fröhlich sein. Darauf stoße ich mit Ihnen mit einem Glas MM-Sekt an!

Bleiben Sie gesund und behütet.

Ihr Pastor Burkhard Heupel
Ev. Emmaus-Gemeinde