Ich habe die Bücher eingepflegt,
sagt Frau B. von der Stadtbibliothek.
Informationen und Waren wollen in Systeme eingepflegt werden: Neue Produkte, Kundendaten oder Änderungen.
Das klingt technisch, trocken und nach Routine.
Doch schaut man sich das Wort genauer an, stecken darin zwei Tätigkeiten, die Sorgfalt benötigen: Einfügen
und Pflegen
.
Es geht nicht darum, sinn- und planlos Daten zu verarbeiten.
Es braucht Achtsamkeit, damit das System fehlerfrei bleibt.
Für manche Menschen passt die Tätigkeit einpflegen
gar nicht ins Büro,
sie verbinden damit viel mehr das liebevolle Handeln Gottes, der uns Menschen, als seine Kinder, in diese Welt einpflegt.
Somit hat einpflegen
etwas mit Glauben und Leben zu tun:
Menschen sind keine isolierten Einzelgänger.
Gott pflegt und setzt uns liebevoll in Gemeinschaften hinein – in Familien, Teams oder Gemeinden.
Was machen wir daraus?
Eingepflegt
sind wir.
Das bedeutet: Wir bekommen einen Platz, werden miteinander verbunden, ergänzen uns und sind von ihm und anderen wertgeschätzt.
Einpflegen bezieht sich auch auf das geistliche Leben.
Es bedeutet, Gottes An- und Zuspruch im Alltag einzupflegen.
Ein Gebet am Morgen, ein Moment der Stille, ein gutes Wort für die Kollegin.
Das sind wichtige Augenblicke, die unsere Seele braucht, damit sie nicht verkümmert.
Im Gegensatz zum bloßen Einklopfen
von Daten, schwingt im Einpflegen
die Fürsorge mit.
Der Apostel Paulus thematisiert dieses einpflegen
in
Kol. 3,12-15a:
Ihr seid von Gott auserwählt und seine geliebten Kinder, die zu ihm gehören.
Darum soll jetzt herzliches Mitgefühl euer Leben bestimmen, ebenso wie Güte, Bescheidenheit, Nachsicht und Geduld.
Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn jemand euch Unrecht getan hat.
Denn auch Christus hat euch vergeben. Wichtiger als alles andere ist die Liebe.
Wenn ihr sie habt, wird euch nichts fehlen.
Sie ist das Band, das euch verbindet.
Und der Friede, den Christus schenkt, soll euer ganzes Leben bestimmen.
Diese Werte in den Alltagston und -umgang einpflegen, ist vergleichbar mit dem Schmiermittel in einer Maschine. Fehlt letzteres, quietscht und knirscht es und verliert seine Funktion. Schlimmer: die Maschine und die Beziehungen gehen kaputt, ohne die nötige Pflege.
Welche guten Gewohnheiten oder Gedanken möchte ich heute in meinen Tag einpflegen?
Gebet: Guter Gott, du hast mir einen Platz in dieser Welt gegeben. Hilf mir, achtsam mit mir und anderen umzugehen. Lass mich deine Liebe und deinen Frieden im Alltag einpflegen, damit das Zusammenleben gelingt. Pflege du das, was in mir verwundet oder erschöpft ist. Amen.
Bleiben Sie gesund und behütet.
Pastor Burkhard Heupel
Emmaus-Gemeinde